Naturbrut DIE GLUCKE

Die Glucke – von der ersten Idee bis zum vollen Nest 🥚

Wann wird eine Henne gluckig?
Eine Glucke entscheidet plötzlich, dass sie jetzt Mutter werden möchte.
Sie sitzt auffällig lange im Nest, gackert beleidigt, wenn man sie stört, und schaut wie jemand, der sein Passwort vergessen hat: böse und konzentriert zugleich.

Wie viele Eier sammelt eine Glucke?
Die meisten Glucken sammeln 8–12 Eier, manche auch mehr, je nach Körpergröße und Rasse.
Sie trägt NICHT alle Eier selbst zusammen –
sobald sie im Nest sitzt, schenken ihr die anderen Hennen fröhlich weitere Eier dazu, als wäre es ein Buffet.
Deshalb sollte man täglich fremde Eier entfernen, sonst sitzt sie am Ende auf 25 Eiern. 

Verhalten der Glucke vor Brutbeginn
Sie bleibt immer länger im Nest – erst Stunden, dann Tage.
Sie macht das berühmte Gluck-Geräusch: ein tiefes, genervtes GLUGGLUGGLUGG.
Sie bläht sich auf, damit sie größer wirkt („Ich bin jetzt Mutter, Platz da!“).
Sie verteidigt das Nest wie ein Drache seinen Goldschatz.
Finger rein = BISSGEFAHR.
Manche tragen sogar Federn vom Bauch ab → ein Brutfleck, der für Wärme sorgt.

Verhalten während der Brut
Sie sitzt 13 von 24 Stunden wie angewurzelt.
Sie steht nur kurz auf zum Fressen, Trinken und extrem dringlichen „Geschäften“.
Ihre Ausscheidungen nennt man Gluckenkot – ein einziger, gigantischer „Feiertags-Kothaufen“.
Sie wird ruhiger, aber auch… nun ja… leicht reizbar.
Andere Hennen werden weggekräht, weggepickt oder weggezaubert (mit bösem Blick).

Wie viele Eier soll sie brüten?
Optimal: 6–12 Eier je nach Größe des Huhns.
Faustregel: Nur so viele Eier, wie sie komplett unter ihrem Bauch verstecken kann.
Ragen Eier heraus → sie kühlen ab → keine Küken.

Was die Glucke während der Brut macht
Sie dreht die Eier mehrmals täglich (perfekte Bruttechnik, ganz ohne Anleitung).
Sie reguliert Feuchtigkeit & Temperatur instinktiv.
Sie hört bereits nach etwa 19 Tagen auf Kükenstimmen.
Und sie reagiert darauf! Eine Art vorgeburtliche WhatsApp-Gruppe.


Nest & Küken – der Umzug der Glucke
Will die Glucke brüten, kann man sie samt ihrem Nest einfach umsetzen.
Dabei eine Seite leicht einklappen – damit die Küken nach dem Schlupf nicht erst einen Kletterkurs absolvieren müssen.
Nach ein paar Tagen Familienkuschelzeit kann die kleine Truppe wieder in die große Herde zurück.

Ernährung der Glucke – Mama braucht Energie
Vor allem Erstbrüterinnen sind manchmal so in Brutstarre, dass sie ihr Nest nicht verlassen –
Futter? Wasser? „Keine Zeit, muss sitzen!“
Darum gilt:
Kontrollblick auf die Kothaufen (ja, glamourös ist es nicht)
Fehlt der Tageshaufen, Glucke sanft herunterheben, Futter & Wasser anbieten
Bei Kälte (Februar/März): Extra Energie füttern – schließlich heizt sie 24/7 ihre Eier

Bewährt:
👉 Körnerfutter + Ölsaaten
Vermeiden:
👉 Gemüse/Feuchtfutter → Durchfall → Sauerei im Nest → schlechte Laune bei allen Beteiligten

Kontrolle des Geleges – die Natur sortiert aus
Glucken sind clever:
Unbefruchtete oder untaugliche Eier werden einfach aussortiert oder… gegessen.
Ja, das ist normal.
Nein, du musst nicht eingreifen.
Wer sicher gehen will, schiert die Eier ab Tag 7 – kleine Lampe, großer Aha-Moment.
Wenn die Glucke Küken frisst – klingt schlimm, ist aber Natur
Manchmal frisst die Glucke einzelne Küken –
doch nur, wenn sie tot, schwach oder krank sind.
Praktisch, sauber, effizient – Natur eben.

Aber Achtung:
Eine Henne, die gesunde Küken frisst, bekommt Hausverbot beim Brüten.
Diese Eigenschaft wollen wir nicht vererben – Danke, aber nein Danke.