Krähen – das Hühner-„Trompetenkonzert“
Kommen wir zur bekanntesten Lautäußerung: dem Krähen.
Der Hahnenschrei bedeutet ungefähr alles:
„Ich bin der Chef!“, „Das ist mein Revier!“, „Gleich gibt’s Krieg!“ oder „Hey Mädels, hier drüben!“.
Ist kein Hahn da, übernimmt manchmal eine selbstbewusste Althenne – Girlpower eben.
Am besten man lauscht einfach mal einer Hühnerschar.
Das klingt wie ein Durcheinander aus schimpfenden Omas, streitenden Nachbarn und quasselnden Kindern – herrlich chaotisch.
Hühner leben streng hierarchisch.
Deshalb wird ständig gedroht, geprahlt, beschwichtigt oder beleidigt geschaut.
Flügel sind dabei ihr wichtigstes Kommunikationswerkzeug – quasi ihre Emojis.
Flügelklatschen
Der Hahn schlägt die Flügel überm Rücken zusammen:
„Seht her, ich bin toll!“
Hennen stehen drauf. Wissenschaftlich bewiesen.
Kratzfuß
Der Hahn marschiert steif um die Henne herum, Flügel schleifen am Bein.
Das heißt: „Ich wäre dann bereit…“
Manchmal übt er das auch an rangniederen Brüdern. Pech für die.
Flügelschwenken
Das Gegenteil davon:
Das Huhn macht sich dünn und wedelt schwach mit den Flügeln.
Heißt: „Bitte tu mir nichts, du bist wichtiger als ich.“
Flügelheben
Eine höfliche Entschuldigungsgeste:
„Ups, falsche Richtung! Nicht schlagen bitte!“
Drohen
Der Hahn droht stumm, stellt sich seitlich, macht sich breit.
Die Henne droht laut, macht sich kantig und bläst den Hals auf:
„Willst du Stress? Ich bin bereit!“
Die Glucke – Hulk im Federkleid
Während alle anderen normal wirken, verwandelt sich die Glucke hormonbedingt in eine kleine Kampfmaschine.
Sie sträubt das Gefieder, faucht, schlägt mit Flügeln und greift sogar große Hunde an, wenn sie ihre Küken schützen will.
Pure Mutterliebe… in der Horrorfilm-Version.
Gesichtsverstecken – die Hühner-Exit-Taste
Besiegte Hähne oder überforderte Hennen stecken bei Gefahr einfach den Kopf irgendwo rein.
Für den Angreifer ist das so, als hätte das Opfer „Unsichtbar-Modus aktiviert“.
Funktioniert erstaunlich gut.